Samstag, 27. Juni 2015

Rezension zu "Die Springflut" von Cilla und Rolf Börjlind, übersetzt von Paul Berf, btb Verlag, Krimi

Titel: Die Springflut
Autoren: Cilla und Rolf Börjlind
Übersetzt von Paul Berf
Seitenzahl: 573 Seiten (TB, 12.1.15)
Isbn Nr. 13-978-3-442-74820-4
Verlag: btb Verlag
Preis: 9,99 Euro

Klappentext: 
"Eine laue Sommernacht im Jahre 1987. Es ist Vollmond im schwedischen Nordkoster. In der Nacht wird es eine Springflut geben – und einen brutalen Mord. Das Opfer: eine junge, hochschwangere Frau. Ihre Identität: unbekannt. Tom Stilton, der ermittelnde Polizeibeamte, zerbricht an diesem Fall. Er kann weder Motiv noch aussagekräftige Spuren finden. Die Tat bleibt ungesühnt ...

23 Jahre später: Eine Serie von feigen Angriffen auf Obdachlose erschüttert die Hauptstadt Stockholm. Die Ermittlungen verlaufen schleppend. Olivia Rönning, angehende Polizistin im zweiten Jahr ihrer Ausbildung, beobachtet das Geschehen aus der Distanz. Sie ist mit anderen Dingen beschäftigt. Sie soll einen »Cold Case« knacken - den Tod einer jungen Frau an einem Strand vor vielen Jahren klären. Ihr ist klar: Sie muss Tom Stilton finden. Doch der ist wie vom Erdboden verschluckt ..."

Über die Autoren und den Übersetzer:
Cilla und Rolf Börjlind gelten als Schwedens wichtigste und bekannteste Drehbuchschreiber für Kino und Fernsehen. Sie sind unter anderem verantwortlich für zahlreiche Martin-Beck-Folgen sowie für die viel gepriesene Arne-Dahl-Serie. Ihr Markenzeichen sind starke Charaktere und eine stringente Handlung. "Die Springflut" ist der Start einer Serie um die angehende Polizistin Olivia Rönning.

Paul Berf, geboren 1963 in Frechen bei Köln, lebt nach seinem Skandinavistikstudium als freier Übersetzer in Köln. Er übertrug u. a. Henning Mankell, KjellWestö, Aris Fioretos und Selma Lagerlöf ins Deutsche. 2005 wurde er mit dem Übersetzerpreis der Schwedischen Akademie ausgezeichnet.

Eigene Meinung: 

Was für ein Krimi! Von der ersten Seite an war ich von den verschiedenen Erzählsträngen, Perspektiven und den Personen gefesselt. Anfangs ist man noch etwas verwirrt durch die vielen verschiedenen Handlungsstränge. So nach und nach fügen sie sich zu einem vielschichtigen, intelligenten und zu keiner Minute langweiligen Krimi zusammen. Zum Ende hin wurde ich noch einmal ganz schön überrascht, denn für mich war der Fall eigentlich gelöst. Wie falsch ich doch lag!

Das Ermittlerteam hier ist mehr als interessant. So viele verschiedene, sehr spannende und sympathische Charaktere, wie z. B. die Polizeischülerin Olivia, die einen alten Mordfall aufrollen möchte, der ehemalige, früher sehr erfolgreiche Kommissar Tom Stilton, der spurlos verschwunden ist, und den Olivia aufstöbert. Er ist ganz unten angekommen und obdachlos. Und da gibt es die Kriminalkommissarin Mette Ölsäter, mit ihrem Familienclan und Abbas, der mit Messern sehr gut umgehen kann.  Der Ermittler Forss fällt negativ auf, er scheint eher arbeitscheu zu sein.

Die beiden Autoren haben aktuelle Themen gewählt wie etwa Gewalt gegen Obdachlose, Gewaltvideos im Netz und ein Handlungsstrang erzählt von einer Firma, bei der man munkelt, dass sie zu dubiosen Geschäftsmethoden greift. Bei diesem Unternehmen sollen Ausbeutung und Verstöße gegen das Völkerrecht Gang und Gäbe sein.

Mich hat dieser sehr spannende und fesselnde Krimi, der von seinen interessanten Figuren lebt, völlig begeistert.  5/5 Sterne für diesen Debütkrimi, der im Januar als Taschenbuch erschienen ist. Er gehört zu meinen persönlichen Highlights in diesem Jahr.

Ich habe den 2. Band "Die 3. Stimme" zuerst gelesen. Ich würde aber mit der Springflut beginnen und dann erst den Folgeband lesen.


Mittwoch, 24. Juni 2015

Rezension von Katja Kaddel Peters zu "Memory Effect" von Lena Sander, eBook, Psychothriller

Titel: Memory Effect
Autorin: Lena Sander
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 411 KB
Seitenzahl der Printausgabe: 280 - 300 Seiten
ASIN: B0104CNUT6
Preis: 0,99 Euro

Mal ein ganz anderer Psychothriller von Lena Sander

Kurze Zusammenfassung (in eigenen Worten):

"Eine junge Frau steht am Abgrund… sie kann nicht mehr und entflieht mit einem Sprung ins Nichts… Mia ist jung und gefangen – gefangen in einer Beziehung zu einem gewalttätigen Ehemann, der im „wahren Leben“ als Retter in der Not fungiert und zu Hause seine Triebe an seiner Gattin auslebt. Kann sie sich befreien?... Linda ist Psychiaterin, verheiratet und hat eine kleine Tochter. Als ihr Ehemann Thomas einen schweren Autounfall hat, bricht ihr Leben Stück für Stück zusammen. Kennt sie ihren Lebensgefährten überhaupt? Warum erhält sie so seltsame Post? Warum wird in ihre Wohnung eingebrochen? … und dann verschwindet auch noch ihre Tochter… Was haben diese unterschiedlichen Lebensgeschichten miteinander zu tun? Und eine ganz andere Frage hierzu: was ist in der Medizin heutzutage möglich bzw. sind hier überhaupt noch Grenzen vorhanden?"

Über die Autorin: 
Die Autorin Lena Sander lebt in Freiburg, am Fuße des Schwarzwaldes. Sie liebt Bücher, Kunst und Musik. Dem Schreiben war sie schon während ihres trockenen Marketingstudiums verfallen. Unter anderem Namen hat sie mehrere Bücher veröffentlicht, die, meist mit einem Augenzwinkern geschrieben, in die humorvolle Schublade gehören.

Mit ihrem Debüt-Thriller Zersetzt stürmte Lena Sander im Oktober 2013 in nur wenigen Tagen Platz 1 der Amazon-Charts und konnte sich über 250 Tage in der Bestsellerliste halten. 


Meine Meinung:
Dies ist der dritte Thriller, der von Lena Sander erschienen ist, und ich bin stolz und glücklich sagen zu können, dass ich seit der ersten Stunde dabei bin. Die Autorin konnte mich wieder einmal von der ersten Seite an mit ihren Worten, Dialogen und Wendungen fesseln. Dieses Mal wird das Hauptaugenmerk auf die Geschichten der Frauen gerichtet und langsam spinnt Lena Sander ihre Fäden und fügt alles gekonnt zu einem Gesamtwerk zusammen. Die Medizin ist auch wieder vertreten, allerdings eher im Hintergrund gehalten, dafür aber mit etlichen interessanten Informationen und Diagnosen, die ich bis dato noch nicht kannte.

Die eBook-Seiten flogen – wie erwartet – so dahin und ich hatte die knapp 200 Seiten wirklich schnell lesen können. Allerdings muss ich hierzu sagen, dass der Leser an einigen Stellen gehörig aufpassen muss, um alles mitzubekommen und die richtigen Schlüsse aus den (versteckten) Hinweisen zu ziehen. Ich hatte nach einiger zeit eine gewisse Ahnung, worauf es hinaus laufen KÖNNTE, aber die Auflösung war ein KNALLER für mich! An einigen Passagen habe ich es auch mit der Angst zu tun bekommen – auf jeden Fall bei den beschriebenen Gewaltszenen durch den Ehemann. Wie abartig und durchtrieben manche Menschen doch sein können. Unfassbar. Da ich den Schreibstil der Schriftstellerin wirklich klasse und die Ideen von ihr mehr als originell finde, würde ich mir zukünftig unbesehen – ohne einen Blick in die Inhaltsangabe zu werfen – weiterhin alle eBooks/Bücher von Lena Sander zulegen.

Fazit: Eine klare Kauf-/Leseempfehlung von mir und ich freue mich auf weitere Werke aus dieser Feder!

Ich kann nur von Herzen überzeugte 5/5 Sterne vergeben. 

Montag, 22. Juni 2015

Rezension zu "Spurensammler" von Paul Finch, übersetzt von Bärbel und Velten Arnold,Piper Verlag, Thriller

Titel: Spurensammler
Autor: Paul Finch
übersetzt von: Bärbel Arnold, Velten Arnold
Seitenzahl: 496 Seiten (1.6.15, TB)
Isbn Nr. 13-978-3-492-30683-6
Verlag: Piper Verlag
Preis: 9,99 Euro

 Klappentext: "
Du weißt, du bist der Nächste. Aber kannst du deshalb entkommen?

Als einer der gefährlichsten Schwerverbrecher Englands von seinen Komplizen aus dem Hoch­sicherheitsgefängnis befreit wird, holt Detective Mark Heckenburgs spektakulärster Fall ihn plötzlich wieder ein. Zwei Jahre nachdem unzählige Opfer entführt und ermordet wurden, beginnt der Albtraum von Neuem. Immer mehr Menschen werden getötet. Kaltblütig, brutal, am helllichten Tag. Und Heck weiß, dass es nicht lange dauern wird, bis auch er an der Reihe ist …"

Über den Autor:
 Paul Finch hat als Polizist und Journalist gearbeitet, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Er hat zahlreiche Drehbücher, Kurzgeschichten und Horrorromane veröffentlicht und wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem British Fantasy Award und dem International Horror Guild Award....

Eigene Meinung:
Nachdem ich bisher alle Fälle von Mark Heckenburg gelesen hatte und ein Fan von Mark Heckenburg bin, musste ich den Spurensammler, der quasi eine Fortsetzung des "Mädchenjägers" ist, natürlich auch lesen. Man muss den Vorgänger allerdings nicht unbedingt gelesen haben.

In diesem Fall verschwindet der ehemalige Anführer des Nice-Guys-Rings aus dem Gefängnis. Gleichzeitig werden unglaublich brutale Morde verübt. Hecke soll sich von den Fällen fernhalten, er wird sogar von seinen Vorgesetzten festgesetzt, doch das stört ihn überhaupt nicht.

Hecke führt in diesem Thriller, den man als Action-Thriller bezeichnen kann, Alleingänge durch, hält sich nicht an Regeln und kämpft gegen seine Vorgesetzten. Schon komisch, dass die mit den Fällen betraute Sonderkommission nicht auf die Hinweise kommt, auf die Mark sofort stößt. Er begibt sich laufend in Gefahr, es kommt zu vielen Verfolgungsjagden, Schießereien, Action pur eben.

Ich mag die Figur des einsamen Helden Hecke sehr. Sein Humor ist so wunderschön trocken. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und macht sich bei Kollegen und Vorgesetzten oft ganz schön unbeliebt. Hecke überlebt die unglaublichsten Abenteuer, er scheint schon fast unzerstörbar zu sein. 

Die Story ist temporeich und spannend geschrieben, in einer einfachen, oft sehr derben Sprache.

Wer auf Action und einen einsamen Helden steht, der ist hier gut bedient. Mir haben die Vorgänger allerdings deutlich besser gefallen. Die Stories waren fesselnder, der Plot komplexer, daher 3/5 Sterne.



Freitag, 19. Juni 2015

Rezension zu "Tochter der Angst"" von Alex Berg, Droemer Knaur Verlag, Spannungsroman

Titel: Tochter der Angst
Autorin: Alex Berg
Seitenzahl:352 Seiten (TB 1.4.15)
Isbn Nr. 13-978-3-426-51319-4
Verlag: Droemer Knaur 
Preis: 9,99 Euro
 
Klappentext:
 "Als die Oberärztin Marion sich in Paris auf einen Auslandseinsatz bei „Ärzte ohne Grenzen“ vorbereitet, lernt sie bei einer befreundeten Familie das syrische Flüchtlingsmädchen Zahra kennen. Marion allein gelingt es, das Vertrauen des verstörten Kindes zu gewinnen, und bald schon schließt sie die Kleine in ihr Herz. Was sie nicht weiß: Es handelt sich um die Tochter eines politisch sehr einflussreichen Wirtschaftsbosses aus Syrien, die ganz und gar nicht zufällig nach Frankreich gelangte, sondern Teil eines äußerst brisanten Deals ist. Ehe sichs Marion versieht, geraten sie und das Mädchen zwischen die Fronten und in Lebensgefahr."

Über die Autorin:
 Alex Berg hat viele Jahre als freie Journalistin gearbeitet, bevor sie ihre ersten Spannungsromane verfasste. Ihre politisch brisanten Thriller "Machtlos" und "Die Marionette" sowie ihr Roman "Dein totes Mädchen" haben die Leser im Sturm erobert. Hinter dem Pseudonym Alex Berg verbirgt sich die Autorin Stefanie Baumm.
Mehr Informationen unter www.alex-berg.com

Eigene Meinung: 
Die 48-jährige Ärztin Marion befindet sich in einer Lebenskrise. Sie beschließt sich eine Auszeit zu nehmen und hat sich dafür bei Ärzte ohne Grenzen beworben. Zur Vorbereitung auf ihren Einsatz reist sie nach Paris und kommt dort bei der befreundeten Familie Bonnier unter. Dorthin bringt der etwas undurchsichtige Jean Morell das syrische Mädchen Zahra. Die Kleine ist fünf Jahre alt und spricht nicht. Marion bekommt Kontakt zu Zahra und muss feststellen, dass das kleine Mädchen eine große Rolle in einem Intrigenspiel einiger großen Organisationen und  verschiedener Mächte innehat und Marion wird aus heiterem Himmel mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, die überhaupt nicht so ist, wie Marion gedacht hatte.

Der Roman ist von Anfang an spannend und fesselnd geschrieben. Die geheimnisvolle Vergangenheit von Marion wird so nach und nach aufgedröselt, genauso wie die Rolle von Jean, den Bonniers und von Zahra.

Die Autorin hat interessante Figuren, wie z. B. , Marion, Jean Morrell, Claude Baptiste und die Familie Bonnier erschaffen. Die Geschichte wird über mehrere Perspektiven der verschiedenen Protagonisten erzählt.

4/5 Sterne. Wer spannend erzählte Agentenromane mag rund um das aktuelle Thema "Flucht", kommt hier auf seine Kosten.



Montag, 15. Juni 2015

Rezension zu "After Love" von Anna Todd, übersetzt von Ursula C. Sturm, Corinna Vierkant, Nicole Hölsken, Heyne Verlag, Liebesroman

Titel: After Love, 3. Teil der After-Reihe
Autorin: Anna Todd
Übersetzt von: Ursula C. Sturm, Corinna Vierkant, Nicole Hölsken
Seitenzahl:942 Seiten (10.6.15)
Isbn Nr. 13-978-3-453-49118-2
Verlag: Heyne Verlag
Preis: 12,99 Euro

Klappentext:
"Gerade als Tessa die wichtigste Entscheidung ihres Lebens getroffen hat, ändert sich alles. Die Geheimnisse in ihrer Familie und der Streit darüber, wie ihre Zukunft mit Hardin aussehen soll, bringen alles ins Wanken. Zudem schlägt Hardin immer noch um sich, anstatt Tessa zu vertrauen, und der Kreislauf aus Eifersucht, Zorn und Verschmelzung wird immer zerstörerischer. Noch nie hatte Tessa so intensive Gefühle, war so berauscht von einem Menschen. Aber reicht die Liebe allein?"

Über die Autorin:
Anna Todd lebt gemeinsam mit ihrem Ehemann im texanischen Austin. Sie haben nur einen Monat nach Abschluss der Highschool geheiratet. Anna war schon immer eine begeisterte Leserin und ein großer Fan von Boygroups und Liebesgeschichten. In ihrem Debütroman AFTER PASSION konnte sie ihre Leidenschaften miteinander verbinden und sich dadurch einen Lebenstraum erfüllen.

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Eigene Meinung:
Auch der 3. Band der After-Reihe liest sich flüssig und leicht. Sofort zog mich die Geschichte von Tessa und Hardin wieder in ihren Bann und man ist wieder mitten im Geschehen. Es hat sich auch nicht viel verändert zwischen Tessa und Hardin. Das Hin und Her der Vorgängerbände setzt sich fort. Die beiden werden fast magisch voneinander angezogen, dabei streiten sie sich sofort wieder, wenn sie zusammentreffen. Manchmal nerven beide ganz schön und man wünscht sich, dass die beiden doch mehr miteinander reden würden und sich wie Erwachsene verhalten würden.

Einen großen Anteil an ihren Problemen haben ihre sogenannten Freunde und ihre beiden verkorksten Familien. Im 3. Teil der After-Reihe nehmen Tessas Vater und seine Probleme viel Raum ein, einige Geheimnisse der Familien kommen ans Licht und Tessa und Hardin werden von einigen Familienmitgliedern und Freunden ganz schön enttäuscht.

Hardin entwickelt sich weiter, er versucht seine Wut im Zaum zu halten und sie auf eine andere Art los zu werden. Das gelingt ihm ziemlich oft, nur eben nicht immer.

Die Autorin hat sich wieder einige Überraschungen einfallen lassen, um die Leser am Ball zu halten. Sie dreht kräftig an der Spannungsschraube. Was ihr sehr gut gelingt. Ich warte total gespannt auf den 4. Band und die Auflösung von einigen Geheimnissen.

5/5 Sterne für diesen ganz schön dicken, aber nie langweiligen, dafür sehr emotionsgeladenen und sinnlichen Pageturner.

Donnerstag, 11. Juni 2015

Rezension zu "Die dritte Stimme" von Cila und Rolf Börjlind, übersetzt von Christel Hildebrandt, btb Verlag, Kriminalroman

Titel: Die dritte Stimme
Autoren Cilla und Rolf Börjlind
Übersetzt von: Christel Hildebrandt
Seitenzahl: 544 Seiten (10.11.14)
Isbn Nr. 13-978-3442753949
Verlag: btb Verlag
Preis: 19,99 Euro
 Klappentext:
"Der zweite Fall für Olivia Rönning und Tom Stilton
Marseille: In einem Naherholungsgebiet wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Sie wurde brutal ermordet. Man weiß nicht viel über sie - nur dass sie in einem Zirkus ganz in der Nähe gearbeitet hat. Zur selben Zeit in Stockholm: In seinem Haus in Rotebro erhängt sich der Zollbeamte Bengt Sahlmann. Schnell findet die Polizei heraus, dass es sich nicht um einen Selbstmord gehandelt hat - obwohl alles darauf hindeutete.

Zwei Fälle, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Zwei Morde, an deren Aufklärung Polizeianwärterin Olivia Rönning und der ehemalige Kriminalkommissar Tom Stilton ein jeweils ganz privates Interesse haben ..."
Über die Autoren:
Cilla und Rolf Börjlind gelten als Schwedens wichtigste und bekannteste Drehbuchschreiber für Kino und Fernsehen. Sie sind unter anderem verantwortlich für zahlreiche Martin-Beck-Folgen sowie für die viel gepriesene Arne-Dahl-Serie. Ihr Markenzeichen sind starke Charaktere und eine stringente Handlung. "Die dritte Stimme" ist der zweite Teil der Serie um um die angehende Polizistin Olivia Rönning und den ehemaligen Kriminalkommissar Tom Stilton.

Eigene Meinung:
Der zerstückelte Leichnam einer Frau wurde am Strand von Marseille gefunden. Ganz langsam bekommen wir erzählt, wer diese Frau war, und warum Abbas ihren Mord unbedingt rächen möchte.

Mette Olsäter ist krankgeschrieben und forscht trotz ihrer Krankheit nach, wo die Drogen, die die Zollbehörde beschlagnahmt hat, hingekommen sind, und ob der mutmaßliche Selbstmord an dem Zollbeamten Bengt Sahlmann damit in Zusammenhang steht.

Die angehende Polizistin Olivia Rönning kehrt nach einer Auszeit nach Schweden zurück. Polizistin möchte sie nicht mehr werden, lieber Kunstgeschichte studieren und sie ändert ihren Nachnamen aufgrund ihrer Vergangenheit in Rivera. Olivia ermittelt heimlich, ob der Selbstmord von Bengt nicht doch ein Mord war und stößt dabei auf einen dubiosen Finanzinvestor mit einem Glasauge. 

Tom Stilton, ein erfolgreicher Kriminalkommissar, der einige Jahre im Obdachlosen-Milieu verbracht hatte, hilft seinem Freund Abbas bei dessen Ermittlungen in Marseille.

Für den Leser ist es von Vorteil, wenn er den Vorgänger dieser Reihe gelesen hat, da oft Bezug auf "Die Springflut" genommen wird.  Bei mir war das nicht der Fall, doch dieser Krimi hat mich so gepackt, dass ich "Die Springflut" auf jeden Fall lesen werde.

Man könnte sagen, das sind drei Krimis zu einem verpackt mit starken, interessanten Ermittlern und eigentlich genauso interessanten, sehr lebendigen Charakteren.

Schon von der ersten Seite an war ich gefesselt, mitten im Geschehen und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die beiden Autoren verstehen ihr Handwerk. Sie bauen die Spannung so nach und nach auf ohne allzuviel Blut zu vergießen auf. Der Erzählstil ist sehr bildhaft, ohne Schnörkel und einige überraschende Wendungen und Überraschungen wurden von den Autoren eingebaut.

Zum Ende hin steigt die Spannungsspirale noch einmal so richtig an und endet in einem packenden Finale.

Für diesen komplexen, vielschichtigen Krimi mit aktuellem, sozialkritischen Bezug gibt es von mir 5 verdiente Sterne (ein Erzählstrang nimmt sich der Problematik in Pflegeheimen an)


Montag, 8. Juni 2015

Rezension zu "Skalpelltanz" von Jenny Milewski, Heyne Verlag, Thriller

Titel: Skalpelltanz
Autorin: Jenny Milewski
Übersetzt von: Max Stadler
Seitenzahl: 399 Seiten, 6.2015
Isbn Nr. 13-978-3-453-41837-0
Verlag: Heyne Verlag
Preis: 12,99 Euro

Klappentext: "Carl Cederfeldt ist Chirurg. Und Mörder. Sein Instrument ist das Rasiermesser. Zum Glück ist er kein Mensch aus Fleisch und Blut, sondern der Fantasie des Horrorautors Jonas Lerman entsprungen, umstrittener Star der schwedischen Literaturszene. Die Figur des Carl Cederfeldt hat ihn reich gemacht. Aber Lerman hat genug von Blut und Gewalt und beschließt, kein weiteres Cederfeldt-Buch mehr zu schreiben. Doch so einfach ist das nicht. Lerman kann mit dem Schreiben nicht aufhören, und in seiner Umgebung geschehen plötzlich mehrere grausame Morde an jungen Mädchen. Begangen mit einem Rasiermesser. Präzise und brutal. Genau so, wie Carl Cederfeldt vorgehen würde. Zum Glück ist er kein Mensch aus Fleisch und Blut ..."

Über die Autorin:
Jenny Milewski, geboren 1971, liebt Thriller und Horror. Sie arbeitet in der Werbebranche und hält neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit Vorträge über Spannung in Literatur und Film. In der schwedischen Szene hat sie bereits einen Namen und steht mit ihrem Debütroman Skalpelltanz für eine neue Thrillergeneration. Jenny Milewski lebt mit ihrem Mann in Malmö.

Eigene Meinung:
Dieses Buch war ein absoluter Reinfall. Ich hatte mir einen spannenden Thriller vorgestellt, zumal die Autorin laut ihrer Vita Thriller und Horror liebt und Vorträge über Spannung in Literatur und Film hält.

Auf den ersten 200 Seiten wird vom Horror-Schriftsteller Jonas Lerman erzählt. Wir nehmen an einer Lesung teil, er lässt uns in seinen Alltag und seine Gedanken blicken und wir erfahren, dass er an einer Schreibblockade leidet. 

Er liest ab und an Ausschnitte aus seiner Buchreihe über den Chirurgen Carl Cederfeldt, der brutale Morde an weiblichen Teenagern begeht. Diese Ausschnitte sind nicht unbedingt spannend, dafür aber sehr blutig und splatterig.

Ab ca. Seite 200 wird die Story etwas interessanter und auch spannender, da hatte ich aber bereits über die Hälfte des Buches gelesen und hätte es eigentlich am Liebsten zur Seite gelegt, da es mich überhaupt nicht gefesselt hat. Die Figur Jonas Lerman blieb mir zu fremd, ich konnte nicht mitfiebern.

Zum Ende hin bleibt der Spannungsbogen zwar hoch und es wird sehr blutig, das Ende hat mich dann aber überhaupt nicht überzeugt. Der Schluss wirkt zu konstruiert und unglaubwürdig.

1/5 Sterne, Blut und Folterszenen machen noch keinen guten Thriller. Dieses Buch mag ich wirklich nicht weiterempfehlen.

Freitag, 5. Juni 2015

Rezension zu "In der Finsternis" von Sandrone Dazieri, übersetzt von Claudia Franz, Piper Verlag, Thriller

Titel: In der Finsternis
Autor: Sandrone Dazieri
Übersetzerin: Claudia Franz
Seitenzahl: 560 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
Isbn Nr. 13-978-3-492-05688-5
Verlag: Piper Verlag, 9.3.15
Preis: 19,99 Euro

Klappentext:
"Dante Torre besitzt eine besondere Gabe. Er kann Menschen lesen. Aber er hat teuer dafür bezahlt. Elf Jahre war er eingesperrt in ein Betonverlies und darauf angewiesen, die kleinste Regung seines Entführers zu deuten. Als Jahre nach seiner Befreiung ein kleiner Junge verschwindet, weiß Dante Torre, dass der Mann, den er Vater nennen musste, dahintersteckt. Doch der Vater gilt längst als tot. Nur Colomba Caselli glaubt Dante. Sie ist jung, gerade vom Dienst suspendiert und hat nichts zu verlieren bei dieser Ermittlung fern von allen Regeln. Dantes Spürsinn bringt die traumatisierte Frau auf eine Fährte: Jahrelang sind unzählige Kinder entführt worden – mit dem Ziel, ihre Erinnerung auszulöschen. Jetzt wird Colomba Caselli endgültig von ihrer Vergangenheit eingeholt ..."

Über den Autor:
Sandrone Dazieri, geboren 1964 in Cremona, ist gelernter Koch und einer der wichtigsten Drehbuchschreiber für italienische Kriminalfilme. Er arbeitete als Programmmacher und Lektor für Kriminalromane im größten Verlagshaus Italiens und verfasste unter anderem Romane und Kinderbücher.

Eigene Meinung:

Colomba Caselli wurde beurlaubt und muss sich von einem Fall erholen, den wir erst so nach und nach erzählt bekommen. Sie wird von ihrem Vorgesetzten gebeten, sich in einen aktuellen Fall einzumischen, in dem eine Mutter getötet wurde, deren Sohn spurlos verschwunden ist. Verdächtigt wird der Ehemann der Ermordeten. Zusammen mit Dante Torre, dem Jungen aus dem Silo, beginnt Colomba zu ermitteln. Dante glaubt, dass "der Vater", die Person, die ihn entführt und elf Jahre lang in einen Silo gesperrt hatte, hinter der Tat steckt. Er muss Colomba erst einmal von seiner Theorie  überzeugen. Colomba und Dante sind beide traumatisiert und entsprechend reagieren sie in manchen Situationen. Beide Ermittler sind jedoch total sympathisch und sehr positiv. Sie gehören nicht zu den depressiven, kaputten Typen, die mir in Krimis zur Zeit so oft begegnen. Colomba und Dante sind unglaublich schlagfertig und entsprechend sind manche Dialoge mit ganz eigenem Humor gewürzt, was mir unglaublich gut gefällt. Dante ist ein Kaffeejunkie, der das Kaffeetrinken zelebriert (auf Automatenplörre steht er nicht). Er hat eine total feine Beobachtungsgabe, was ihm bei seinen Ermittlungen zu Hilfe kommt. Im Laufe ihrer Nachforschungen werden Colombas Prinzipien ganz schön in Frage gestellt und sie braucht ab und an die Hilfe von zwielichtigen Gestalten, was ihr nicht so ganz behagt.
 
Dieses Thrillerdebüt von Sandrone Dazieri hat mich von der 1. Seite an in seinen Bann gezogen. Der Autor hat unglaublich interessante Ermittler erschaffen. Die Story beinhaltet ,wenn man es ganz genau nimmt, eigentlich drei verschiedene Geschichten, die sich dem Leser so nach und nach erschließen.

Der Geschichte gewinnt im Laufe der Handlung an Tempo, wird immer spannender und immer, wenn man glaubt, dass jetzt nichts Neues mehr passieren kann und man den absoluten Durchblick hat, kommt eine neue überraschende Wendung.

5/5 Sterne für diesen sprachlich erstklassigen und sehr überraschenden Thriller. Ich hoffe auf mehr Fälle mit diesen beiden kultigen Ermittlern und werde Sandrone Dazieri auf jeden Fall im Auge behalten.


Montag, 1. Juni 2015

Rezension zu "Thoughtless" von C. C. Stephens, Goldmann Verlag, Liebesroman

Titel: Thoughtless
Autorin: C. C. Stephens
Übersetzt von: Sonja Hagemann
Seitenzahl: 640 Seiten (20.4.15, broschiert)
Isbn Nr.  13-978-3442482429
Verlag: Goldmann Verlag
Preis: 9,99 Euro

 Klappentext:
"Seit zwei Jahren ist die schüchterne Kiera in einer glücklichen Beziehung mit Denny. So überlegt sie nicht lange, als er ein Jobangebot in Seattle bekommt, und zieht mit ihm in die neue Stadt, um ihr Studium dort zu beenden. Bei Dennys Freund aus Kindertagen, Kellan Kyle, mieten sie ein Zimmer. Er ist der lokale Rockstar, Herzensbrecher und sieht verboten gut aus. Als Dennys Job ihn länger aus Seattle wegführt, kommt die einsame Kiera, die sich inzwischen in der Stammkneipe von Kellans Band etwas dazuverdient, ihrem neuen Mitbewohner näher. Was freundschaftlich beginnt, entwickelt sich bald zu etwas Intensiverem, Verbotenem – zu einem Spiel mit dem Feuer ..."

"Effortless" (Band 2 der Thoughtless-Trilogie) erscheint am 15. Juni 2015.

"Careless" (Band 3 der Thoughtless-Trilogie) erscheint am 10. August 2015.

Über die Autorin:
S.C. Stephens lebt mit ihren zwei Kindern im wunderschönen Pazifischen Nordwesten Amerikas. Mit ihrem Debut "Thoughtless" feierte sie in ihrem Heimatland einen sensationellen Bestsellererfolg und eroberte auch mit den Folgebänden der Trilogie die Leserherzen im Sturm.

Eigene Meinung:  

Die Story fängt spannend und interessant an.  Die schüchterne Studentin Kiera ist mit dem gutaussehenden und sehr netten Australier Denny zusammen. Beide lieben sich. Denny geht total liebevoll mit Kiera um.  Als sie zu Dennys Freund Kellan ziehen und Dennys Job immer mehr in denVordergrund rückt, fühlt sich Kiera zu dem gutaussehenden Rocksänger Kellan hingezogen. Bei Kellan ist es nicht so ganz klar, ob der Frauenschwarm Kiera als eine weitere Eroberung auf seiner langen Liste sieht, oder ob da mehr ist. Er bemüht sich allerdings ziemlich um Kiera und die beiden verbringen mehr Zeit miteinander, als Kiera mit Denny verbringt.

Die Geschichte wiederholt sich allerdings irgendwann, Kiera ist zwischen Denny und Kellan hin- und hergerissen und irgendwann nervt Kiera einfach nur noch, weil sie sich nicht entscheiden kann zwischen den beiden Männern. Als Leser hat man ja schon erkannt, worauf die ganze Sache hinausläuft, nur Kiera scheint blind zu sein, sie handelt sehr unreif und es ist nicht ganz nachvollziehbar, was sie immer so macht und warum sie dann so leidet. Von Kieras Gefühlsleben bekommen wir am Meisten mit, weil die ganze Geschichte aus der Ich-Perspektive von Kiera erzählt wurde.

Auch der Tagesablauf von Kiera ist irgendwann immer derselbe, Uni, warten auf Denny oder Kellan und ihre Arbeit als Kellnerin abends im Pete's. Auch die Dialoge wiederholen sich manchmal, das langweilt dann doch etwas.

Kieras Freund Denny scheint auf jeden Fall total blind zu sein. Er hat wohl nur seine Arbeit im Kopf, ansonsten hätte er doch mitbekommen müssen, was mit Kiera und Kellan läuft.

Der Geschichte hätten 200 - 300 Seiten weniger gut getan. Auf den letzten 100 Seiten kommt noch einmal etwas Spannung und Tempo in die Story.

Von mir gibt es 3 Sterne für diese gefühlvolle Lovestory mit einigen Längen und manchmal etwas komisch reagierender Protagonistin. 

Rezension zu "Der Schleicher" von Nadine d'Arachart und Sarah Wedler, Telescope Verlag, Thriller

Titel: Der Schleicher  Autorinnen: Nadine d'Arachart und Sarah Wedler Seitenzahl: 240 Seiten (TB, 14.11.17) ISBN Nr. 13-9...